Kirche und Atheismus

Frau Dr. Petra Bahr war bis Mitte 2014 Kulturbeauftragte  der Evangelischen Kirche in Deutschland. Seitdem ist sie für die Konrad-Adenauer-Stiftung tätig. Berühmt wurde sie nicht durch ihren Versuch Bischöfin in Hamburg zu werden, sondern durch ihr seherisches, bzw.  ihr televisionäres Outing. Zitat Dr. Bahr: „Dorothee Sölle habe ich eher aus der Ferne gelesen…“ Und ihr Kulturauftrag? Wir wissen: Der Missbrauchsbeauftragte der katholischen Kirche hat den sexuellen Missbrauch zu bekämpfen, der Sektenbeauftragte der evangelischen Kirche die Sekten, was hatte dann wohl die Kulturbeauftragte der evangelischen Kirche zu bekämpfen? Die Kultur? – Nein… Falsch… Sie kämpfte und kämpft gegen die böse Gottlosigkeit, genannt Atheismus. Frau Dr. Petra Bahr hielt im Rahmen ihres Amtes Vorträge über dieses Thema und schrieb für die Süddeutsche Zeitung einen viel diskutierten Artikel (7.4.12: Rettet den Atheismus) , der die Gottlosigkeit in Deutschland dermaßen zur Schnecke macht, dass es dieser wohl schwerlich gelingen dürfte, je wieder einen ihrer Fühler in die Höhe zu strecken. Dr. Bahr bekämpft das Böse auf viererlei Weise. Erstens durch Verächtlichmachen des Feindes, zweitens durch den Anschein den Feind zu lieben, drittens durch Projektion von Merkmalen der Kirche auf den Feind, viertens durch Gleichsetzten des feindlichem Atheismus mit reaktionären christlichen Sekten. Ad 1.: Der Atheismus wird gekennzeichnet mit folgender Lexik: „kindisch“, „kleinkariert“ „unbarmherzig“, „dumpf“, „befremdlich“, „simplifizieren“, „Wut“, „Infantilisierung“, „Blödsinn“, „heroischer Akt des Widerstandes“ (feinste Ironie!). Ad 2.: Frau Dr. Bahr tut so, als läge ihr gar viel an einem starken Atheismus (Überschrift: Rettet den Atheismus!), sie sehnt sich nach Nietzsche zurück, den sie für einen starken Atheisten hält (für so stark, dass er an den Schulen im Religionsunterricht der 9. Klassen als einziger Religionskritiker widerlegt werden kann). Ad 3.: Eine Ansammlung seltsamer Vorwürfe gegen den Atheismus lässt zunächst einmal stutzen, bis bei fröhlichem Auflachen deutlich wird, dass eine elegante Projektion den Atheismus zu einer Religion gemacht hat. Bahr spricht von „organisiertem Atheismus“ (besser organisiert als die Kirchen?), von „Fundamentalismus“ des Nichtglaubens (Wie sieht das Fundament der Nichtexistenz eines Gottes aus? Einem religiösen Menschen fällt es schwer zu verstehen, dass wo Nichts ist, kein Fundament sein kann), von „glühendem“ Atheismus, von umgekehrtem „Biblizismus“. Zitat Dr. Bahr: „Welch ein Blödsinn“. (Stimmt genau!). In ihrem Gleichsetzungsdrang geht die Kulturbeauftragte zum Schluss so weit, dass sie (ad 4.:) die Piusbrüderschaft zu einem „Verbündeten“ des Atheismus macht. Weil: die Piusbrüder rufen zu Kirchenaustritten aus der katholischen Kirche auf. Welch ein Blödsinn! Mit christlicher Häme und protestantischer Ironie zieht Dr. Bahr über die Atheisten her, dass man sich fragt, wozu denn derlei Geschütze gegen eine in Deutschland bedeutungslose und wenig organisierte Gruppierung ? Ungewollt antwortet Frau Bahr darauf, als sie sich bei einer Attacke gegen den Atheismus verplappert: „Es geht um Macht.“

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