Mit Fremdwörtern tun sich die Deutschen sehr schwer. So wird das Wort „Ouvertüre“ als englisch-französisches Ungetüm angesehen, und statt einem „u“ am Anfang hören wird meist ein englisches „over-“ und dann ein korrektes französisches Ende. Eine ähnliche Mixtur findet sich im französischen Wort „Jury“, das einen englischen Anlaut im stimmhaften „sch“ und ein französisches „ü“ in der Aussprache hat. (In der Netflix-Serie „Matlock“ wird das sehr gründlich praktiziert.) In den Wörtern „Kassette“ und „Diskussion“ wird das Doppel-s meist stimmhaft gesprochen. Bei „Revanche“ und „Branche“ vernimmt man oft ein stimmhaftes „sch“, dafür aber ein korrekt französisches nasales „n“. Seltsames geschieht mit dem Wort „Bronze“: es wird mit einem „z“ geschrieben, aber nie wie „brunzen“ ausgesprochen, sondern korrekt französisch, wodurch die Schreibung mehr als sinnlos wird. Auch „Porträt“ wird halb deutsch und halb französisch geschrieben, aber korrekt französisch gesprochen, vom uvularen „r“ einmal abgesehen. Ob das Misstrauen gegen Fremdwörter wohl mit der deutschen genetisch bedingten Ausländerempfindlichkeit zu tun hat? Oder mit einer unverständlichen Vorliebe für das Englische und Amerikanische? Aber da es in Deutschland Millionen von Analphabeten gibt, ist dieses Problem wohl unlösbar.
Für das Wort „Journalist“ muss ich wohl einen Extrabeitrag verfassen.